Teilnahmeabbrüche in Online-Studien auswerten

Wie umgehen mit Teilnahmeabbrüchen in Online-Studien? Mit dieser Frage beschäftigen sich Forschende der Universität Konstanz und der ETH Zürich in einer Open-Access-Publikation und stellen ein kostenloses Tool für die Analyse dieses „Dropouts“ zur Verfügung: dropR.
© Universität Konstanz

Das Durchführen von Online-Umfragen zu Forschungszwecken ist eine gute Möglichkeit, eine große Zahl an ProbandInnen zu erreichen. Allerdings zeigt die Erfahrung: Aufgrund der hohen Freiwilligkeit der Teilnahme und fehlender sozialer Kontrolle kommt es bei Online-Umfragen und -Experimenten häufiger zu Teilnahmeabbrüchen als bei konventionellen Studien. Dieser sogenannte „Dropout“ muss jedoch nicht zwangsweise als Problem begriffen werden, sondern kann auch wertvolle Informationen liefern – zum Beispiel zur Motivation der ProbandInnen oder technischen Inkompatibilitäten auf ihren Geräten.

In einer Open-Access-Publikation diskutieren Ulf-Dietrich Reips und Annika Overlander (Universität Konstanz) gemeinsam mit Matthias Bannert (ETH Zürich) Möglichkeiten des Umgangs mit Teilnahmeabbrüchen und stellen dropR vor – ein spezialisiertes Software-Tool zur Analyse und Visualisierung von Teilnahmeabbrüchen in der internetbasierten Forschung. Die Software ist kostenlos zugänglich und sowohl als benutzerfreundliche Web-App als auch als R-Paket für AnwenderInnen mit Kenntnissen in der Programmiersprache R nutzbar.


Das Analyse-Tool „dropR“ finden Sie als browser-basierte Web-App zur kostenlosen Nutzung auf dem R-Shiny-Server der iScience-Gruppe (AG Reips) der Universität Konstanz und via https://dropr.eu.


Das Analyse-Tool kann außerdem als R-Paket „dropR“ (10.32614/CRAN.package.dropR) von CRAN oder im Github-Verzeichnis der iScience-Gruppe der Universität Konstanz heruntergeladen werden. Eine detaillierte Anleitung zur dropout-Analyse in R ist in den Vignetten des Pakets zu finden.


Den Begleitartikel (doi: 0.3758/s13428-025-02730-2) zum Analyse-Tool dropR finden Sie auf unserem Publikationsserver KOPS oder auf der Website von Springer Nature.
 

Daniel Schmidtke

Von Daniel Schmidtke - 24.02.2026