ICARUS: Nächste Generation

Forschende testen neue Generation von Mini-Satelliten für das globale Tierbeobachtungssystem.
© Javier Lazaro

Das ICARUS-Team hat im Juni 2023 mit dem Test eines zukünftigen ICARUS-Empfängers im All begonnen. Schon bald wollen die Forschenden die kontinuierliche Beobachtung von Tieren aus dem Weltraum mit Minisatelliten (CubeSats) fortsetzen. Die neuen ICARUS-Satellitensender werden mit Sensoren ausgestattet, die Bewegungs- und Umweltdaten erfassen. Zum ersten Mal kann ICARUS dann Vögel, Fledermäuse, Meeresschildkröten und Landsäugetiere überall auf der Erde erfassen. Nach Abschluss der Testphase soll ICARUS seinen Betrieb im Oktober 2024 wiederaufnehmen.

Mit ICARUS wollen Forschende weltweit die Bewegungen von Tieren untersuchen und die Bedingungen messen, in denen diese leben. Das System folgt dem „Internet der Dinge“- Konzept zur Beobachtung von Wildtieren aus dem Weltraum aus. Leichte, an Tieren angebrachte Sensoren übermitteln Daten über die Bewegungen und das Verhalten ihrer Träger an einen Empfänger im Weltraum, der diese Daten zur Erde sendet. Ziel ist, ein „Internet der Tiere“ zu etablieren, das Auskunft darüber gibt, wie sich Ökosysteme und das Klima verändern und wie die Tiere auf diese Veränderungen reagieren.

Während sich die erste Antenne und Computer des Projekts auf der Internationalen Raumstation (ISS) befanden, ist die gesamte Technik beim neuen ICARUS als Empfängersystem auf einem sehr kleinen Satelliten untergebracht, einem so genannten CubeSat. Mitte Juni startete ein solcher CubeSat von Kalifornien aus ins All, ausgestattet mit einem nachrichtentechnischen Empfängersystem, mit der das ICARUS Team in den nächsten Monaten entscheidende Tests für ein zukünftiges System durchführen wird. Im Oktober 2024 soll dann die zweite Icarus-Generation gestartet werden.

Der neue ICARUS-Empfänger benötigt weniger Energie als das alte System bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit, überträgt Daten schneller und erfasst die gesamte Erdoberfläche. „Das neue System wird uns einen noch viel genaueren Blick auf das Leben auf der Erde liefern als zuvor", sagt Projektleiter Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und Professor an der Universität Konstanz.

„Wir haben das letzte Jahr damit verbracht, das Design der Sender zu optimieren und Fortschritte in der künstlichen Intelligenz einzubauen. Das jetzige System ist ein Quantensprung: mit ihm können uns die Tiere nun ihre Geschichten über ihr Leben erzählen.“

Martin Wikelski

Zum vollständigen Artikel auf der Website des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie.
 

Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie

Von Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie - 18.07.2023